Lieferschein-Hierarchie

Hierarchische Abbildungsmöglichkeiten im elektronischen Lieferschein

Stand: 2007-01-02

Inhalt

Einführung

Im elektronischen Lieferschein gibt es mehrere Möglichkeiten, die Verpackungshierarchie abzubilden.
Grundsätzlich wird bei der Abbildung in zwei verschiedene Typen unterschieden:

  • Typ 1: hierarchisch: alle Artikel sind einer SSCC / einem Ladehilfsmittel (Pack) zugeordnet
  • Typ 2: sequentiell: alle Artikel werden rein sequentiell übergeben (ohne Zuordnung zu einem bestimmten Ladehilfsmittel)
Um einen elektronischen Lieferschein vom Typ 1 zu erzeugen, muss eine Datengruppe Pack pro Paket bzw. Transporteinheit übergeben werden.
Um einen Lieferschein vom Typ 2 zu erzeugen, ist eine einzige Datengruppe Pack zu erzeugen, der alle Positionen (Datengruppe Pos) untergeordnet sind. Sämtliche Felder der Datengruppe Pack sind dabei leer zu lassen.

Darüber hinaus gibt es jedoch noch einige weitere Abbildungsmöglichkeiten, die vor allem die Gruppierung und Summierung betreffen

Gruppierung von Packstücken

Das Datenfeld Group in der Datengruppe Pack dient dazu, Packstücke zu gruppieren. Alle Packstücke mit dem selben Wert für Group werden in einer Gruppe zusammengefasst und innerhalb der Gruppe werden gleiche Packstück-Typen summiert. Die Positionen werden dann für die Gruppe ausgegeben und nicht für jedes zur Gruppe gehörende Packstück.

Die Gruppierung wird nur dann angewendet, wenn alle Datengruppen Pack ein Datenfeld Group enthalten.

Summierung auf Ebene der Gesamtsendung

Im Kopf der EDIFACT-Nachricht DESADV (Despatch Advice) muss je Ladehilfsmittel die Anzahl sowie das Gesamtgewicht und -volumen für die komplette Sendung als Summe angegeben werden. Diese Summierung wird vom Konverter automatisch vorgenommen.

Dazu werden die entsprechenden Angaben aus den einzelnen Pack-Segmenten aufsummiert. Diese Summen müssen also in der Eingabe nicht zur Verfügung gestellt werden.

In einigen Fällen sollen jedoch nur die Informationen für die Gesamtstendung erzeugt werden und nicht für die einzelnen Packstücke. Um dies abzubilden, kann die Datengruppe Pack ohne Gruppierung und ohne untergeordnete Datengruppe Pos verwendet werden. Diese Angaben werden für die Summenbildung herangezogen, jedoch nicht als eigene Packstücke in die EDIFACT-Datei ausgegeben.

Beispiele

Im Folgenden werden einige der Abbildungsvarianten anhand von Beispielen dargestellt. Die hierarchische Abbildung ist unabhängig davon, ob die Daten im XML- oder CSV-Format vorliegen. Daher wird nachfolgend eine schematische Darstellung verwendet, um den Aufbau zu verdeutlichen. Die Beispiele enthalten nur die wesentlichen Fragmente, um die Unterschiede darzustellen und bilden keine komplette Nachricht ab.

a) Einfachste Variante ohne Angabe von Ladehilfsmitteln (Typ 2)

Die einfachste Variante des elektronischen Lieferscheins stellt die sequentielle Auflistung aller Artikelpositionen ohne Angabe von Ladehilfsmitteln bzw. Verwendung von SSCCs dar. Dafür wird lediglich eine einzige Datengruppe Pack benötigt, die den Positionsteil einleitet und alle Datengruppen Pos enthält.

• Pack
   • Pos
      • Number:               1
      • EAN:      1111111111111
      • Quantity:            10
      ...
   • Pos
      • Number:               2
      • EAN:      2222222222222
      • Quantity:            12
      ...
   ...

Bei dieser Form der Abbildung in der Eingabedatei werden nur die Positionen ausgegeben und keine Packstück-Informationen erzeugt.

b) Alle Positionen sequenziell aufgelistet, Ladehilfsmittel nur im Kopf (ebenfalls Typ 2)

Die Anzahl der verwendeten Ladehilfsmittel soll im Kopf des Lieferscheins für die gesamte Sendung angeführt werden. Die einzelnen Positionen sind dann jedoch sequenziell anzuführen und nicht einem bestimmten Ladehilfsmittel zuzuordnen.
In diesem Fall müssen für die Ladehilfsmittel eigene Datenrguppen Pack ohne zugeordnete Datengruppen Pos erzeugt werden. Alle Positionen sind dann in einer eigenen Datengruppe Pack anzuführen.

• Pack
   • Quantity:   3
   • Type:     201
• Pack
   • Quantity:   1
   • Type:     200
• Pack
   • Pos
      • Number:               1
      • EAN:      1111111111111
      • Quantity:            10
      ...
   • Pos
      • Number:               2
      • EAN:      2222222222222
      • Quantity:            12
      ...
   ...

Die Sendung besteht aus 3 Euro-Paletten und einer Halbpalette. Danach werden alle Positionen angeführt, unabhängig davon, auf welcher Palette sich diese befinden. Die Angaben in den ersten beiden Datengruppen Pack werden in den Lieferschein-Kopf übernommen, als Positionen werden dann die Artikel angeführt. Genauso können Gesamtgewicht und -volumen angegeben werden.

c) Alle Positionen sequenziell aufgelistet, Ladehilfsmittel im Kopf mit Summierung

Identisch zum vorherigen Beispiel, jedoch mit automatischer Aufsummierung.

• Pack
   • Quantity:   1
   • Type:     201
• Pack
   • Quantity:   1
   • Type:     201
• Pack
   • Quantity:   1
   • Type:     201
• Pack
   • Quantity:   1
   • Type:     200
• Pack
   • Pos
      • Number:               1
      • EAN:      1111111111111
      • Quantity:            10
      ...
   • Pos
      • Number:               2
      • EAN:      2222222222222
      • Quantity:            12
      ...
   ...

Alle Packstücke mit gleichem Typ werden im Kopf aufsummiert, das Ergebnis ist identisch mit dem Ergebnis des vorhergehenden Beispiels. Jedoch müssen die Ladehilfsmittel nicht bei der Erstellung der Eingabedatei summiert werden.

d) Zuordnung Artikel zu Ladehilfsmittel (Typ 1)

Alle Artikel sind eindeutig einem Ladehilfsmittel zugoerdnet (sinnvoll in Verbindung mit SSCC-Auszeichnung)

• Pack
   • Quantity:                  1
   • Type:                    201
   • SSCC:     123456789012345678
   • Pos
      • Number:               1
      • EAN:      1111111111111
      • Quantity:            10
      ...
   • Pos
      • Number:               2
      • EAN:      2222222222222
      • Quantity:            12
      ...
   ...
• Pack
   • Quantity:                  1
   • Type:                    201
   • SSCC:     123456789087654321
   • Pos
      • Number:               3
      • EAN:      3333333333333
      • Quantity:            50
      ...   
...

Zu jedem Packstück wird im Detail angeführt, welche Artikel darin enthalten sind. Über den SSCC ist so eine eindeutige Identifizierung des Inhalts möglich.

Die Kopf-Informationen werden in diesem Fall automatisch generiert, indem alle Packstücke vom gleichen Typ summiert werden und die Gesamtmenge (sowie ggf. Gewicht und Volumen) je Ladehilfsmittel im Kopf angeführt wird.

e) Angabe zusätzlicher Ladehilfsmittel

Genauso wie im vorherigen Beispiel sollen alle Artikel eindeutig einem Ladehilfsmittel zugeordnet werden. Zusätzlich dazu sollen weitere Ladehilfsmittel angegeben werden, deren Menge im Lieferschein-Kopf anzuführen ist, die jedoch nicht als eigene Packstücke mit Inhalt aufgelistet werden sollen (zum Beispiel Klappboxen, die retourniert werden sollen).

• Pack
   • Quantity:                 50
   • Type:                     PK
• Pack
   • Quantity:                  1
   • Type:                    201
   • SSCC:     123456789012345678
   • Pos
      • Number:               1
      • EAN:      1111111111111
      • Quantity:            10
      ...
   • Pos
      • Number:               2
      • EAN:      2222222222222
      • Quantity:            12
      ...
   ...
• Pack
   • Quantity:                  1
   • Type:                    201
   • SSCC:     123456789087654321
   • Pos
      • Number:               3
      • EAN:      3333333333333
      • Quantity:            50
      ...   
...

Zusätzliche Ladehilfsmittel, die nur im Kopf angeführt werden sollen, sind einfach in einer eigenen Datengruppe Pack anzugeben, die keine untergeordneten Positionen enthält.

f) Gruppierung von Ladehilfsmitteln

Die Gruppierung von Ladehilfsmitteln ist nur bei Typ 1 möglich. Die Gruppierung erfolgt anhand des Datenfeldes Group in der Datengruppe Pack. Achtung: Für die Gruppierung ist es wichtig, dass alle Datengruppen Pack ein Datenfeld Group enthalten. Fehlt die Angabe von Group nur bei einem einzigen Pack, so wird die Gruppierung für alle Packstücke ausgeschaltet.

• Pack
   • Quantity:                 50
   • Type:                     PK
   • Group:                     1
• Pack
   • Quantity:                  1
   • Type:                    201
   • SSCC:     123456789012345678
   • Group:                     1
   • Pos
      • Number:               1
      • EAN:      1111111111111
      • Quantity:            10
      ...
   • Pos
      • Number:               2
      • EAN:      2222222222222
      • Quantity:            12
      ...
   ...
• Pack
   • Quantity:                  1
   • Type:                    201
   • SSCC:     123456789087654321
   • Group:                     2
   • Pos
      • Number:               3
      • EAN:      3333333333333
      • Quantity:            50
      ...   
...

Alle Packstücke mit dem gleichen Wert für Group werden summiert und die zugehörigen Positionen in der jeweiligen Gruppe angeführt. Somit ist es theoretisch möglich, mehrere Datengruppen Pack mit zugehörigen Positionen und gleicher Group zu definieren. Sinnvoll ist diese Möglichkeit der Abbildung jedoch nur für die Angabe zusätzlicher Ladehilfsmittel zu einer bestimmten Gruppe.

Dieses Beispiel ist ähnlich dem vorhergehenden Beispiel, jedoch mit dem Unterschied, dass die zusätzlichen Ladehilfsmittel nicht nur im Kopf angeführt werden, sondern konkret als zusätzliche Ladehilfsmittel beim Packstück mit dem SSCC 123456789012345678.

Die Ermittlung der Gesamtzahl Ladehilfsmittel im Kopf wird davon nicht berührt, die zusätzlichen Ladehilfsmittel werden also nicht nur beim jeweiligen Packstück angeführt, sondern in Summe auch im Kopfteil.

Hinweis: Der gleiche Effekt, wie in diesem Beispiel beschrieben, kann auch ohne Gruppierung durch die Angabe der BoxQuantity im Pack erreicht werden. Dadurch können jedoch nur zusätzliche Ladehilfsmittel vom Typ PK angegeben werden und es ist keine Angabe von Volumen bzw. Gewicht möglich. Die hier beschriebene Art der Abbildung eröffnet daher zusätzliche Möglichkeiten im Vergleich zur Angabe der BoxQuantity. Soll nur die Anzahl der auf einer Palette enthaltenen Packstücke (Kartons, Boxen, ...) angeführt werden und sind keine weiteren Angaben nötig, so ist möglicherweise einfacher, ohne Gruppierung zu arbeiten und das Datenfeld BoxQuantity zu verwenden (je nach Quellsystem). Weiters ist zu beachten, dass die in BoxQuantity angegebenen Mengen nicht im Kopf summiert werden. Die Art der Abbildung ist also auch abhängig davon, ob die zusätzlichen Ladehilfsmittel im Kopf benötigt werden oder nicht.


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